Der Junge im gestreiften Pyjama

Rezension zu „Der Junge im gestreiften Pyjama“

Autor: John Boyne

Verlag: Fischer

Seiten: 288

Preis: 8,99 Euro

ISBN: 978-3-596-80683-6

 

Einführung: Im zweiten Weltkrieg wird die Geschichte eines kleinen neunjährigen Jungen namens Bruno erzählt. Sein Vater wird Kommandant eines Lagers in Polen – das von Auschwitz. Dafür muss Bruno mit seiner Schwester, Mutter und Vater Berlin verlassen. Bruno vermisst Berlin und denkt oftmals an seine Schulfreunde. Mit seiner Schwester kann er nicht wirklich spielen: er nennt sich immer wieder einen hoffnungslosen Fall und fühlt sichim seinem neuen Zuhause nicht wohl. Erst als er einen jüdsichen Jungen hinter einem Zaun kennenlernt und sich mit ihm anfreundet, gefällt es ihm dort. Es sind seine positiven Momente dort. Den Grund des Umzugs und generell alles drumherum realisiert Bruno nicht, seine Eltern und Großeltern vermeiden jegliche Erklärungen.

Seine Mutter möchte gerne, dass sie wieder zurück nach Berlin ziehen. Dieser Ort sei nämlich keiner, an dem Kinder großwerden sollten. Dies wird allerdings erst zum Ende hin möglich … wobei dann alles schon zu spät ist …

Meinung: Ich finde das Buch äußerst gelungen. Bruno sieht die ganze Welt um ihn herum sehr kindlich und naiv. Seine Welt besteht daraus, Spielkameraden zu finden und Spaß zu haben. Er hinterfragt auch nicht die Geschehnisse, wie zum Beispiel das Fehlen des jüdischen Kellners – der eigentlich Arzt ist – und nach einem Fehler zusammengeschlagen wird. Er versteht den Begriff Juden nicht, bzw. warum sie anders sind, und sieht sie deshalb als normale Meschen. Er beneidet sie sogar noch, weil die Kinder hinter dem Zaun sich zum Spielen haben. Er bemerkt es nicht mal, dass sein neuer jüdischer Freund Schmuel immer magerer wird … nach jedem Treffen am Zaun…

Ich finde diese kindliche Leichtigkeit, die im Erwachsenenalter leider verloren geht, hat der Schriftsteller sehr gut herüber gebracht. Auch die Botschaft, dass in Kinderaugen jeder gleich ist, finde ich besonders schön. Ich bin mir allerdings nicht ganz so sicher, ob neunjährige Jungen das alles wirklich nicht so versteht. Bruno wiederholt nämlich oftmals Dinge, die ihm erklärt wurden. Außerdem hat es mich zeitweise kurz verwundert, warum Schmuel nie beim Warten am Zaun erwischt wurde, oder er den Zaun so hochheben konnte, damit Bruno zum Spielen hindurch kommen konnte.

Andererseits sind auch die Beschreibungen eines kleinen Jungen sehr goldig, der beispielsweise die Kleidung der Juden bzw. Häftlinge des Konzentrationslagers als gestreifte Pyjama sieht, oder den Führer als Furor und Auschwitz als Aus-Wisch bezeichnet.

Abschließend muss ich sagen, war ich sehr gerührt – wenn auch nicht den Tränen nahe. Zudem ist die Botschaft, die ich daraus entnehmen konnte – alle Menschen sind gleich – sehr wichtig!

Nun freue ich mich auf den Film!

Meine Bewertung: 5 / 5

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